Interprofessionalität in der stationären Individualprävention
Die Perspektive der Ergotherapie in der Versorgung berufsdermatologischer Patientinnen und Patienten
Die ergotherapeutische Versorgung von berufsbedingt Hauterkrankten ist ein wesentliches Element der stationären Individualprävention. In der interprofessionellen Zusammenarbeit, zum Beispiel mit ärztlichen und gesundheitspädagogischen Kolleginnen und Kollegen, sind es spezifische Ziele der Ergotherapie, die Patientinnen und Patienten in ihrer Handlungsfähigkeit und Teilhabe im beruflichen und privaten Alltag zu unterstützen.
Im Sinne des ICF-Modells verfolgt die Ergotherapie dabei auch im berufsdermatologischen Anwendungsfeld einen ganzheitlichen Ansatz. Zentrale Elemente sind dabei die alltagsnahe Erarbeitung von Möglichkeiten, Grenzen und Herausforderungen bei der konkreten Umsetzung des privaten und beruflichen Hautschutzverhaltens, zum Beispiel beim Tragen von Schutzhandschuhen. In ergotherapeutischen Gruppenschulungen und individuellen, ergotherapeutischen Arbeitsplatzsimulationen werden dabei gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten unter anderem Arbeitsprozesse und individuelle Handlungsroutinen, Möglichkeiten der Umweltanpassung, der Einsatz von Hilfsmitteln sowie individuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten bei der Umsetzung des persönlichen Hautschutzes erarbeitet.
Im vorliegenden Beitrag werden die ergotherapeutische Perspektive in der interprofessionellen, stationären, berufsdermatologischen Versorgung unter Einbezug konkreter Fallbeispiele, Arbeitsplatzsimulationsmodelle und Praxisbezüge sowie der Beitrag, den die Ergotherapie leisten kann, dargestellt, um berufsbedingt Hauterkrankte bei der langfristigen Ausübung einer hautbelastenden, beruflichen Tätigkeit unter optimiertem Hautschutz zu unterstützen.