Person-Job-Fit
Diagnostik und Interventionen mit dem Mini-ICF-APP-Fähigkeitskonzept bei Passungsproblemen am Arbeitsplatz
Einleitung:
Betriebliche Präventionsmaßnahmen zur Reduzierung von Arbeitsunfähigkeitszeiten werden zunehmend gefördert. Als Basis für passgenaue Prävention kann der Person-Job-Fit genutzt werden. Fähigkeitsprofile von Teilnehmenden eines arbeitsbezogenen Coachings mit und ohne Person-Job-Misfit (im Sinne von Arbeitsunfähigkeit) wurden miteinander verglichen.
Methode:
199 Beschäftigte verschiedener Branchen nahmen an einem Coaching mit jeweils drei einstündigen Sitzungen teil. Durchgeführt wurde das Coaching von einer Verhaltenstherapeutin in Ausbildung unter Supervision. Vierzig Coaching-Teilnehmende gaben an, in den letzten zwölf Monaten mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig gewesen zu sein. Neun Teilnehmende waren zum Zeitpunkt der Coaching-Durchführung arbeitsunfähig. Dreizehn psychische Fähigkeitsdimensionen (Mini-ICF-APP-S) wurden in der Eingangsdiagnostik erfasst. Beeinträchtigungen von Teilnehmenden mit und ohne Langzeitarbeitsunfähigkeit wurden gegenübergestellt.
Ergebnisse:
Teilnehmende mit Langzeitarbeitsunfähigkeit schilderten häufiger schwerere Fähigkeitsbeeinträchtigungen in der Durchhaltefähigkeit (35 Prozent vs. 19 Prozent, p = 0,002) und Mobilität (20 Prozent vs. 5 Prozent, p = 0,005) als Personen ohne Arbeitsunfähigkeitsproblem. In den anderen Fähigkeiten nahmen arbeitsunfähige Teilnehmende keine schwereren Fähigkeitsbeeinträchtigungen wahr als die anderen. Die Coachings entsprachen insbesondere den Ebenen der primären (Arbeitsüberlastungs-)Prävention und der tertiären Prävention (Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit durch kompensatorische Maßnahmen) und wurden je nach Art des Person-Job-Misfits unterschiedlich ausgerichtet.
Schlussfolgerungen:
Die Exploration der Fähigkeiten von Beschäftigten im Abgleich mit den Anforderungen der Arbeitsumwelt dient bei Individualmaßnahmen als wichtige Grundlage zur bedarfsgerechten Ausrichtung der Maßnahme.