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Angaben zum Praxisbeispiel

Einrichtung von CNC-Arbeitsplätzen für einen rückenerkrankten Mitarbeiter und einen Mitarbeiter mit einer Unterschenkelamputation bei einem Spatenhersteller

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt mit seinen 87 Mitarbeitern Hand-Spaten und Schaufeln für die Baubranche und Landwirtschaft her. Der größte Teil der Spaten wird aus Blechen hergestellt.

1. Schwerbehinderter Mann


Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann hat eine Rückenerkrankung. Behinderungsbedingt kann er manuelle Hebe- sowie Tragearbeiten und Tätigkeiten in gebückter Körperhaltung nur sehr eingeschränkt ausführen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Beruf:

Der Mann arbeitet seit vielen Jahren als Produktionshelfer bei dem Unternehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Mann arbeitet in der Produktion an einer Walzmaschine. Im Rahmen seiner Tätigkeit nimmt er die glühenden Stahlblöcke (ca. 4 kg schwer) mit einer Zange aus dem Ofen und legt sie auf die Zuführung des Walzgerüstes. Nach dem Walzen legt er die nun ca. 1 m langen und ca. 180 mm breiten Teile auf einem Transportgestell ab. Die Beschickung des Walzgerüstes mit Stahlblöcken und die Ablage der Teile auf das Transportband erfolgt in stehender und gehender Körperhaltung. Das Heben und Tragen der Stahlblöcke und Teile erfolgt wegen deren hoher Temperatur mit Zangen, deren Griffe 1 m lang sind. Durch den Einsatz der Zangen kommt es, wegen des auftretenden Halte-Momentes, zu starken Belastungen. Die Belastungen führen zu einer erhöhten Beanspruchung des Schulter-Arm-Systems und der Wirbelsäule.

2. Schwerbehinderter Mann


Behinderung und Funktionseinschränkung:

Dem Mann fehlt nach einer Amputation ein Unterschenkel. Außerdem hat er eine Allergie. Wegen der Allergie kann er nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen er verstärkt mit Gasen, Stäuben und Dämpfen Kontakt hat. Durch den Gliedmaßenverlust kommt es zu einer Gehbehinderung, die ihn beim manuellen Transport von Lasten einschränkt. Der Grad der Behinderung beträgt 50 (GdB 50).

Beruf:

Der Mann ist seit vielen Jahren als ungelernter Schweißer bei seinem Arbeitgeber beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Er arbeitet an einem Schweißarbeitsplatz. Im Rahmen seiner Tätigkeit fügt er Werkstücke mit einem Gewicht von ca. 2 kg durch Schweißen zusammen. Das Schweißen erfolgt abwechselnd in stehender und sitzender Körperhaltung. Bei der Durchführung der Schweißarbeiten wird der Mitarbeiter erhöhten Umgebungstemperaturen und toxischen Gasen ausgesetzt - nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) bzw. der TRGS 528 schweißtechnische Arbeiten dürfen die im Schweißrauch enthaltenen toxischen Gase nicht zu einer Gesundheitsgefährdung führen. Der Verlust des Unterschenkels erschwert ihm außerdem das Schweißen in bestimmten Schweißpositionen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Arbeitgeber hat für die beiden Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz eingerichtet. Dafür wurden zwei CNC-Schleifmaschinen angeschafft. Eine davon bearbeitet die Vorderseite der Spaten und die zweite deren Rückseite. Die beiden Mitarbeiter arbeiten in Wechselschicht (Früh- und Spätschicht) an den Maschinen und bearbeiten die Spaten. Dazu müssen die gewalzten Spaten, deren Gewicht 0,8 bis 2 kg beträgt, manuell in die Maschinen eingelegt bzw. eingespannt und nach dem Schleifen wieder entnommen werden. Die Programmierung der Maschinen erfolgt in der Arbeitsvorbereitung. Die Mitarbeiter müssen nur noch das Programm starten und die Maschinen mit den Spaten versorgen. An den Maschinen wurden Tische aufgestellt, damit sich die Mitarbeiter beim Aufnehmen der zu schleifenden und beim Ablegen der geschliffenen Spaten nicht bücken müssen.
Die Schleifmaschinen sind komplett geschlossen, mit einer Schleifstaub-Absaugeinrichtung und einer Isolierung zur Geräuschdämmung ausgestattet. Durch die Schleifstaub-Absaugeinrichtung kann auch der an einer Allergie erkrankte Mitarbeiter ohne gesundheitliche Probleme an den Schleifmaschinen arbeiten.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrationsamt zu 20% gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
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  • IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube /
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  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Schall/Lärm /
  • IMBA - Schichtarbeit /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB5112



Informationsstand: 03.04.2007