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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsgestaltung für einen Multiple Sklerose kranken Mitarbeiter im Empfangsbereich

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Zu den Dienstleistungen der Werkstatt zählen z. B. manuelle und maschinelle Montage und Verpackungsarbeiten, Metallarbeiten, Prüfarbeiten sowie Reinigungsarbeiten (Wäscherei). In der Werkstatt arbeiten 200 Personen. Von den 200 Personen gehören 46 zum hauptamtlichen Personal, das die behinderten Menschen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit betreut und unterstützt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der und Literatur über Werkstätten für behinderte Menschen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat MS (Multiple Sklerose). Bedingt durch die MS ist er nicht mehr fähig seinen rechten Arm und seine Beine zu bewegen, er ist deshalb auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Mann benötigt zusätzlich Urin-Beutel und Kolostomiebeutel (für den künstlichen Darmausgang) zum Auffangen der Körperausscheidungen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis enthält die Merkzeichen G, aG, H und RF.

Beruf:

Der Mann ist Kfz-Mechaniker und arbeitet seit dem Ausbruch seiner Krankheit im Empfangsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Arbeitsplatz des Mitarbeiters befindet sich im Empfangsbereich der WfbM (Bild 1). An seinem Arbeitsplatz empfängt der Mitarbeiter die Kunden, die Besucher sowie die Lieferanten der Werkstatt. Er erteilt ihnen z. B. Auskunft oder meldet sie telefonisch bei dem jeweiligen Kollegen an. Telefonische Kunden- und Lieferantenanfragen werden, von dem Mitarbeiter, mit Hilfe eines üblichen Tastentelefons an die jeweiligen Kollegen vermittelt.
Am Arbeitsplatz befindet sich zusätzlich zum Tastentelefon noch:
- eine unterfahrbare Empfangstheke (Arbeitstisch),
- ein elektrischer Türöffner (Druckknopf), z. B. zum Öffnen der Empfangstür für Kunden und
- ein Mikrofon für Durchsagen über eine Lautsprecheranlage.
Zum Öffnen der Eingangstür und für Durchsagen betätigt der Mitarbeiter jeweils mit der linken Hand einen Druckknopf (Türöffner und Mikrofonknopf). Die linke Hand wird auch zum Halten des Telefonhörers eingesetzt. Die statische Belastung des linken Armes und der linken Hand ist aufgrund der Häufigkeit und Dauer der Telefongespräche zu hoch, da der Mitarbeiter zum Telefonieren den Hörer mit der linken Hand halten muss. Hinzu kommt noch das Eigen-Gewicht des Armes, das er dabei halten muss.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Die statische Arbeitshaltung und die zu hohe Belastung beim Telefonieren werden durch den Einsatz einer Hör-Sprechgarnitur (Head-Set) vermieden (Bild 2 und 3). Die Hör-Sprechgarnitur wird in Verbindung mit einer Telefonstation zur Vermittlung der Anrufe eingesetzt.
Zum Telefonieren spricht der Mitarbeiter in das Mikrofon, das sich direkt vor seinem Mund befindet. Die Stimme des Gesprächspartners hört er über Kopfhörer.
Das Display der Telefonstation zeigt dem Mitarbeiter an wer im Haus telefoniert (welches Telefon zur Zeit benutzt wird) und wer gerade anruft (Bild 4). Die Tastatur der Telefonstation ist programmierbar und besitzt große Tasten zur einfacheren Betätigung, so dass der Mitarbeiter die Gespräche nur durch einen Tastendruck vermitteln kann. Die Telefonstation ermöglicht es dem Mitarbeiter auch Anrufer durch einen Tastendruck in eine Warteschleife umzuleiten. Muss der Mitarbeiter einmal vertreten werden, so kann die Telefonanlage durch entfernen der Hör-Sprechgarnitur auch ganz normal von der Vertretung mittels eines Telefonhörers benutzt werden.

Barrierefreiheit - Mobilität:

Der Wechsel der Urin- und Kolostomiebeutel erfolgt auf dem WC, das barrierefrei gestaltet ist und auch das Waschen ermöglicht (Bild 5 bis 7). Zum Wechsel wird der Mitarbeiter mit seinem Greifreifenrollstuhl von einer Hilfskraft in das WC geschoben. Der Mitarbeiter bevorzugt den Greifreifenrollstuhl und das Schieben durch eine Hilfskraft, da er mit einem Elektrorollstuhl nicht zurecht kommt.
Ein Fahrdienst einer Firma für Personenbeförderung bringt den Mitarbeiter morgens zum Arbeitsplatz und abends nach Hause. Der Transport vom Parkplatz zum Arbeitsplatz erfolgt über eine Rampe am Gebäudeeingang, die das barrierefreie Erreichen des Arbeitsplatzes ermöglicht.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Der Greifreifenrollstuhl wurde von der Krankenkasse und das Telefonterminal mit Mikrofon-Kopfhörer-Set vom Integrationsamt gefördert. Das Integrationsamt trägt auch die Kosten für den Fahrdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter.



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  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem) /
  • MELBA - Feinmotorik


Referenznummer:

R/PB5107



Informationsstand: 12.11.2009