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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis
Titel der Veröffentlichung: Erste Welle des Teilhabesurveys

Daten für die Wissenschaft verfügbar

Autor/in:

Pattloch, Dagmar; Menze, Laura

Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Quelle:

Teilhabe, 2025, 64(03), Seite 123-124, Marburg: Lebenshilfe-Verlag, ISSN: 1867-3031 (Linking)

Jahr:

2025

Der Text ist von:
Pattloch, Dagmar; Menze, Laura

Der Text steht in der Zeitschrift:
Teilhabe, 64(03), Seite 123-124

Den Text gibt es seit:
2025

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Die Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen - kurz Teilhabesurvey - wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales beauftragt und durch das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, der Hochschule Fulda und der Universität Duisburg-Essen realisiert.

Für Forschende gibt es eine sehr gute Nachricht: Seit Januar 2025 stehen die Daten der ersten Welle des Teilhabesurveys für die Forschung bereit. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit von infas und dem Forschungsdatenzentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (FDZ-BAuA). Interessierte Wissenschaftler*innen können den Datenzugang für eigene Forschungsfragen beantragen.

Konzept und Methodik des Teilhabesurveys

Der Teilhabesurvey umfasst Personen ab 16 Jahren sowohl in Privathaushalten als auch in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie in Alten- und Pflegeeinrichtungen (vergleiche STEINWEDE, HARAND 2022).

Der Studie liegt die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zugrunde. Das konzeptionell neuartige Herangehen ermöglichte den Befragten, sich in ein weites Feld von Beeinträchtigung und Behinderung einzuordnen. Biologische, diagnostische oder amtliche Kriterien für das Vorliegen einer Behinderung treten damit in ihrer Bedeutung zurück. Erfragt wurden Beeinträchtigungen beim Sehen, Hören, Sprechen, Bewegen, Lernen, Denken, Erinnern oder Orientieren im Alltag, durch seelische oder psychische Probleme, durch Suchterkrankung, durch chronische Erkrankungen, durch Schmerzen oder andere dauerhafte Beeinträchtigung oder Behinderung.

Die Teilnehmenden wurden zu ihren Teilhabemöglichkeiten in vielfältigen Lebensbereichen befragt: Wohnen, Selbstversorgung und häusliches Leben, Mobilität und Kommunikation, Freizeit und Kultur, soziale Einbindung und Selbstbestimmung, politische Teilhabe, Gesundheit und Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit, Erwerbstätigkeit, Nichterwerbstätigkeit sowie Finanzen.

Hervorzuheben sind die inklusiven Befragungsmethoden: Vom persönlichen Interview bis zur Papier- und Onlinefassung zum Selbstausfüllen, in kurzer oder langer Form, in Alltagssprache, in leichter oder Fremdsprache standen vielfältige Fragebogenversionen zur Verfügung. Diese Flexibilität ermöglichte es, auch Personen einzubeziehen, deren Perspektiven sonst nur selten in Studien Eingang finden. WANSING (2022, 146) nennt die Studie einen Meilenstein der empirischen Teilhabeforschung.

In der ersten Erhebungswelle (November 2018 bis März 2020) wurden 22.065 Personen in Privathaushalten und 3.354 Personen in Einrichtungen befragt. In Privathaushalten wurden Personen mit und ohne Beeinträchtigungen befragt, sodass sich beide Gruppen hinsichtlich ihrer Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen vergleichen lassen.

Die Studie ist als Panelbefragung angelegt. Die zweite Welle fand 2023 bis 2024 statt (vergleiche LINK, HARAND, DEUTSCHMANN et al. 2025).

Das Datenangebot

Das FDZ-BAuA stellt die Daten der ersten Welle des Teilhabesurveys als Scientific Use File zur Verfügung. Das bedeutet, die Daten können für Forschungsprojekte genutzt werden. Das Angebot ist kostenfrei.

Der Scientific Use File wurde federführend durch infas aufbereitet. Das FDZ-BAuA stand infas dabei zur Seite. Ziel der Aufbereitung war es, den Nutzenden ein großes Analysepotenzial zu bieten und gleichzeitig den Datenschutz zu wahren. Dabei wurden verschiedene Anonymisierungsmaßnahmen durchgeführt, das heißt bestimmte Angaben wurden gelöscht oder vergröbert.

Datenzugang

Der Datenzugang erfordert einen Datennutzungsvertrag. Ein Antrag auf Datennutzung kann nur von Forschenden gestellt werden, die einer Hochschule oder Forschungseinrichtung angehören. Im Fall von Studienabschlussarbeiten stellen die Betreuenden den Antrag, ebenso bei Promovierenden ohne institutionelle Anbindung.

Der Antrag beinhaltet eine Skizze des Forschungsvorhabens. Um das Potenzial der Daten für die eigenen Fragestellun-

gen zu prüfen, empfiehlt sich der Blick in die Datendokumentation (LINK, HARAND & LÜTGENDORF 2025), den Methodenbericht mit Fragebogen (LINK, HARAND, LÜTGENDORF & KLEUDGEN 2025) sowie die Variablenkorrespondenzliste. Die Antragsunterlagen und alle weiteren Materialien stehen auf der Webseite des FDZ-BAuA zum Download bereit.

Das FDZ-BAuA besteht seit 2019. Es ist durch den Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten akkreditiert.

Wo bekommen Sie den Text?

Teilhabe - die Fachzeitschrift der Lebenshilfe
[Von 1980-2008 hatte die Zeitschrift „Teilhabe“ folgenden Titel: „Geistige Behinderung - Fachzeitschrift der Bundesvereinigung Lebenshilfe“]
https://www.lebenshilfe.de/informieren/publikationen/fachzei...

Teilhabe - die Fachzeitschrift der Lebenshilfe
[Von 1980-2008 hatte die Zeitschrift „Teilhabe“ folgenden Titel: „Geistige Behinderung - Fachzeitschrift der Bundesvereinigung Lebenshilfe“]
https://www.lebenshilfe.de/informieren/publikationen/fachzei...

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Referenznummer:

R/ZS0175/0224

Informationsstand: 26.03.2026