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Dokumentart(en): Sammelwerksbeitrag Forschungsergebnis
Titel der Veröffentlichung: Beurteilung der Dimensionen Leistung und Leistungsfähigkeit in der ICF bei Patienten mit COPD

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum

Bibliographische Angaben

Obertitel:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung

Autor/in:

Raschke, Friedhart; Schneider, M.; Fischer, J.

Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)

Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 99-101

Jahr:

2011

Der Text ist von:
Raschke, Friedhart; Schneider, M.; Fischer, J.

Den Text gibt es seit:
2011

Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Hintergrund:

Für das Krankheitsbild COPD existiert bereits ein Core Set (Stucki et al., 2004) der ICF. Verwendbarkeit, Güte und Einsatzbereich dieses reduzierten Instruments zur Zustandsbeschreibung sind nicht zuletzt abhängig von der Skalierung der verschiedenen Beurteilungskriterien der ICF (Qualifier), die sich beim einzelnen Patienten nicht immer mit dem Schweregrad der Erkrankung decken müssen. Die mögliche Zuordnung setzt voraus, dass sich die bekannten und eingeführten krankheitsbezogenen Assessments in der ICF mit einer Graduierung der Beurteilung abbilden lassen.

Eine solche Weiterentwicklung der Graduierung wird von den ICF-Autoren ausdrücklich empfohlen. Sie liegt bislang nur in Ansätzen vor. Es sollte daher geprüft werden, inwieweit der Therapieerfolg in den Dimensionen körperlich/geistige Leistung und Leistungsfähigkeit während der medizinischen Rehabilitation für das Krankheitsbild er Chronisch Obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD) über das bestehende Core Set der ICF abgebildet werden kann.

Ziel:

Zur Beantwortung der Frage einer Abbildungsmöglichkeit müssen bekannte klinische Funktionsprüfungen, die sowohl physiologisch-biochemische Messungen als auch Funktionstests des alltäglichen Lebens - wie zum Beispiel die Gehstrecke innerhalb von 6 Minuten - umfassen - einbezogen werden, um objektive Verbesserungen der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit mit Funktionsänderungen von Aktivität und Partizipation in Familie, Beruf und Gesellschaft vergleichen zu können.

Methode:

Es wurde der Funktionsbereich körperliche Leistung und Leistungsfähigkeit an 87 Patienten mit COPD (Schweregrade nach GOLD 0 - IV) zu Beginn und am Ende der Rehabilitationsmaßnahme untersucht. Hierzu wurden nur diejenigen Schlüssel-Items aus dem Core Set der ICF verwendet, die die körperliche Leistungsfähigkeit sowie die Aktivität und Partizipation beinhalten. Diese wurden auf ihre Änderungssensitivität durch die Behandlung geprüft und hinsichtlich internationaler Schweregradeinteilung (Köhler et al., 2003) der COPD (GOLD) über bestehende Funktionstests wie Lungenfunktion und 6 Minuten-Gehstrecke extern validiert.

Angaben zu Aktivität und Partizipation wurden mit klinischen Standardverfahren (sowie realen Funktionstests zur Abbildung der Items zur körperlichen Leistungsfähigkeit wie rennen, springen, schwimmen unter anderem) verglichen und ausserdem das angegebene, subjektive Anstrengungsempfinden nach der Borg-Skala (Löllgen, 2004) von 0 bis 10 auf die ICF-Qualifier-Skalen übertragen. Die Validität wurde in Form einer real erbrachten Leistung überprüft. Ausserdem wurden der Blutgasstatus und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF36) zu Beginn und am Ende der Reha erfasst.

Ergebnisse:

Anhand der gewonnenen Verlaufsdarstellung wurden die von der ICF vorgegebenen Prozentränge jedes Beurteilungsmerkmals (gehen, rennen, laufen, schwimmen, springen, Abfalleimer beseitigen, Schuhe anziehen und anderes mehr) in die ICF-Perzentile des jeweiligen Beurteilungsmerkmals übertragen. Die Schweregradeinteilung der COPD von 0-IV korrespondiert nicht mit den Qualifiern der ICF, wenn man als Beurteilungskriterium die individuelle Anstrengungsempfindung des Patienten nach der Borg-Skala zugrunde legt.

Die erbrachte Leistung zeigte für zahlreiche Items zwar einen gestuften Zusammenhang, der aber nicht durchgängig mit dem Schweregrad der COPD korrespondierte. Die Erfassung der Leistungsfähigkeit war nur für das Item d4500, kurze Entfernungen gehen, anhand der zurückgelegten Gehstrecke im 6 Min.-Gehtest möglich. Dort war die objektiv erbrachte Leistung zu Beginn der Reha niedriger als am Ende (480 versus 510 m, p kleiner als 0,01), was auch mit der Anstrengungsempfindung korrespondierte (4,6 versus 4,36 Skt-Borg); p kleiner als 0,05).

Diskussion:

Eine zu erwartende Graduierung des Beurteilungsmerkmales in der ICF zum Schweregrad der COPD und gegebenenfalls seiner Verbesserung im Verlauf der Reha konnte unter Verwendung der Borg-Skala zur Erhebung des subjektiven Anstrengungsempfindens nicht für alle Alltagsaktivitäten durchgängig nachgewiesen werden.

Unsere Ergebnisse zeigen damit, dass die ICF Leistung nur auf breiter Basis und Leistungsfähigkeit nur in eingeschränktem Maße empfindlich und ökonomisch abbilden kann. Änderungen in den Kodierungen der ICF hingegen stehen in enger Wechselwirkung mit der funktionalen Leistungsfähigkeit.

Wo bekommen Sie den Text?

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Referenznummer:

R/NV336610

Informationsstand: 29.03.2011