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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen beinamputierten Mitarbeiter in der Instandhaltung

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Unternehmen mit 370 Mitarbeitern, das Einzelfäden aus Viskose für die Textilindustrie produziert. Aus wirtschaftlichen Gründen wird der Bereich der Betriebswache (Pförtner und Werkschutz) durch einen externen Dienstleiter übernommen, so dass die betriebseigenen Arbeitsplätze entfallen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Das rechte Bein des Mannes wurde am Oberschenkel amputiert. Der Mann ist trotz Beinprothese gehbehindert und körperlich nur eingeschränkt für das manuelle Heben sowie Tragen von Lasten einsetzbar. Er sollte außerdem nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die bestimmte Körperhaltungen (z. B. langes Stehen), erfordern.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitete viele Jahre als Pförtner bei seinem Arbeitgeber. Dieser Arbeitsplatz entfiel, so dass zur Weiterbeschäftigung ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen gefunden werden musste. Der Mann soll in der Instandhaltung eingesetzt werden, da dort ein Arbeitsplatz neu besetzt werden muss.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Um eine gleich bleibend hohe Qualität zu gewährleisten, müssen die ca. 10.000 Pumpen der 36 Spinnmaschinen regelmäßig ausgebaut und in der Instandhaltung gereinigt sowie gewartet werden. Nach einer Arbeitserprobung stand fest, dass der Mitarbeiter für diese Anlerntätigkeit geeignet ist und der Arbeitsplatz zur behinderungsgerechten Gestaltung mit:
- einem Arthrodesenstuhl (spezieller Arbeitsstuhl mit geteilter und neigbarer Sitzfläche zum druckfreien Sitzen für den Oberschenkelprothesen-Träger),
- einer Stehhilfe,
- einer elektromotorisch höhenverstellbaren Werkbank und
- einem Bereitstellwagen bzw. Beistellwagen
ausgestattet werden muss.
Die Kombination von höhenverstellbarer Werkbank mit Arthrodesenstuhl und Stehhilfe ermöglicht den Wechsel zwischen sitzender oder stehender Arbeitshaltung.
Alle erforderlichen Werkzeuge und Teile wurden durch bewegliche Halterungen und Stecksysteme im Greifraum des Mitarbeiters angeordnet.
Ein zusätzlicher Bereitstellwagen wird zum Transport der Pumpen eingesetzt, um die Belastungen für die Lastenhandhabung (der Pumpen) zu verringern.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte aus der Gruppe:

ISO 28 03 09
Arbeits- und Bürostühle (Arthrodesenstühle)
ISO 28 03 12
Hocker und Stehsitze (Stehhilfen)
ISO 28 03 15
Lagerungs- und Versorgungssysteme (Beistellwagen)

Förderung und Mitwirkung:

Durch die beschriebene Maßnahme konnte das Beschäftigungsverhältnis des schwerbehinderten Mitarbeiters gesichert werden. Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.



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  • Tisch /
  • Tragen /
  • Transport /
  • Transportgerät /
  • Transporthilfe /
  • Vollzeitarbeit /
  • Wartung

  • EFL - Gehen /
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Bücken /
  • ERGOS - Laufen (Gehen) /
  • ERGOS - Stehen /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Gehen/Steigen /
  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB5449



Informationsstand: 03.12.2008