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Angaben zum Praxisbeispiel

Minderleistungsausgleich für einen unterschenkelamputierten Altenpfleger in einem Altenheim

Arbeitgeber:

Das Altenheim wird von 108 alten Menschen bewohnt, von denen 88 in unterschiedlichem Maße pflegebedürftig sind. Im Hause stehen 76 Einzel- und 15 Doppelzimmer zur Verfügung. Das Altenheim beschäftigt 85 Mitarbeiter.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Bei dem Mann liegt eine Unterschenkelamputation vor, die aufgrund eines Motorradunfalls durchgeführt werden musste. Er trägt eine Prothese und ist gehfähig. Das Heben sowie Tragen von Lasten und das Lange Gehen sowie Stehen sollten bei der Ausübung einer Tätigkeit vermieden werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70. Der Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen G.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter war bei der Bundeswehr als Leiter eines Sanitätsbereiches tätig, verlies aber aufgrund des Unfalls die Bundeswehr. Vor einigen Jahren wurde er vom Arbeitgeber als Altenpfleger eingestellt. Eine Ausbildung zum Altenpfleger hatte er zuvor bei der Bundeswehr absolviert.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Behinderungsbedingt ist die Arbeitsleistung des Altenpflegers gegenüber nichtbehinderten Kollegen deutlich gemindert. Die Pflege von alten, teilweise bettlägerigen Menschen erfordert trotz vorhandener Patientenlifter und Hubbadewannen immer wieder ein schweres Heben und Tragen, z. B. beim Toilettengang oder beim täglichen Bad. Ohne Hilfe von Kollegen ist der Mitarbeiter hierzu nicht in der Lage.
Die starken Belastungen durch das Heben und Tragen sowie ständiges Gehen und Stehen führen zu Hautreizungen und sogar Entzündungen des vernarbten Beinstumpfes durch die Prothese und bedingen häufiger Ruhepausen während der Arbeitszeit und führen auch öfter zu Ausfallzeiten. Allein die zusätzlichen Pausenzeiten von durchschnittlich 45 Minuten pro Arbeitstag ergeben eine Minderleistung von ca. 10%.
Lange Wege bedingen auch die sehr weitläufigen Stationen des vorwiegend aus recht großen Einzelzimmern (ca. 30 qm) bestehenden Gebäudes. Eingesetzt ist der Altenpfleger auf einer Station mit 26 Bewohnern. Die Flurlänge dieser Station beträgt ca. 50 - 60 m. Behinderungsbedingt benötigt der Altenpfleger für diese langen Wege wesentlich mehr Zeit als ein nichtbehinderter Kollege. In der Gesamtheit dürfte die Minderleistung des Mitarbeiters gegenüber den Kollegen bei ca. 1/3 liegen. In dem Altenheim sind alle denkbaren technischen Arbeitshilfen wie Patientenlifte und Hubbadewannen bereits vorhanden und werden auch, soweit wie möglich, eingesetzt. Die Minderleistung und damit die außergewöhnliche Belastung für den Arbeitgeber lässt sich somit nur finanziell kompensieren.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte aus der Gruppe:

ISO 09 33 21
Badewannen
ISO 12 36 03
Fahrbare Lifter mit Gurtsitzen
ISO 12 36 06
Fahrbare Lifter mit festem Sitz

Förderung:

Dem Arbeitgeber wird vom Integrationsamt ein monatlicher Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich), begrenzt auf zwei Jahre, gewährt. Nach den zwei Jahren erfolgt eine Überprüfung der Situation und ggf. eine weitere Fortzahlung des Beschäftigungssicherungszuschusses.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • Unterschenkel /
  • Unterschenkelamputation /
  • Vollzeitarbeit

  • EFL - Gehen /
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Laufen (Gehen) /
  • ERGOS - Stehen /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Gehen/Steigen /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB4610



Informationsstand: 18.01.2013