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Angaben zum Praxisbeispiel

Minderleistungsausgleich und Betreuungsaufwandsentschädigung für einen Produktionshelfer mit einer Lähmung des linken Armes

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt Edelstahlflaschen für industrielle Zwecke her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der linke Arm des Mannes ist gelähmt. Der Greifraum und die Fähigkeit Lasten zu handhaben sind eingeschränkt. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 70.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann hat keinen Beruf erlernt. Nach einer dreimonatigen Probebeschäftigung beim Arbeitgeber wurde er als Produktionshelfer in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Nach der Einarbeitung wird der Mitarbeiter einer Drei-Stationen-Mehrspindelbohrmaschine und einer Entgratvorrichtung in der Produktion eingesetzt. Dort fallen folgende Tätigkeiten an:
- Entnahme von zwei oder drei fertiggedrehten Werkstücke aus einer Transportkiste
- Einlegen der Werkstücke in die maximal drei Bearbeitungsstationen der Mehrspindelbohrmaschine
- Auslösung der Spanneinrichtungen für die Werkstücke und des Bohrvorgangs
- Entnahme der gebohrten Werkstücke und Zwischenablage vor der Maschine
- Säuberung der Spannflächen von Bohrspänen und Kühlschmiermittel
- Einlegen der gebohrten Werkstücke in die automatische Bohrungs-Entgratvorrichtung
- Entnahme der entgrateten Werkstücke und Ablegen in einen Transportbehälter
Das Gewicht der Werkstücke liegt zwischen 2 und 4 kg. Gefertigt werden nur kleine und mittlere Serien auf Bestellung, wobei die Tendenz zu immer kleineren Serien zunimmt. Diese hat zur Folge, dass die Bohranlage mittlerweile durchschnittlich dreimal pro Arbeitstag auf andere Abmessungen umgerüstet werden muss.

Behinderungsbedingt kann der Produktionshelfer nur mit der rechten Hand arbeiten. Das Umrüsten der Bohranlage auf andere Werkstücke und das Austauschen der Bohrer (im Durchschnitt 18 Stück) ist für ihn nicht möglich. Außerdem ist er nicht in der Lage, das erforderliche Nachschleifen der Bohrer nach einer bestimmten Einsatzzeit vorzunehmen. Diese in der Regel dreimal pro Arbeitstag anfallenden Arbeiten verursachen einen Zeitaufwand von mindestens einer Stunde und werden durch einen Kollegen des Mitarbeiters ausgeführt.
Durch die Arbeitsweise mit einem Arm ist es dem Maschinenarbeiter unmöglich, die gleiche Leistung wie seine nichtbehinderten Arbeitskollegen zu erbringen, obwohl bereits als technische Arbeitshilfen pneumatische Spanneinrichtungen und ein Entgratautomat eingesetzt werden.
Das Einlegen der Werkstücke dauert bei dem Produktionshelfer länger als bei den Kollegen, die alle drei Werkstücke gleichzeitig aus der Kiste entnehmen und einspannen. Auch die gebohrten Werkstücke kann der Produktionshelfer nur einzeln entnehmen, ablegen und dann in den Entgratautomaten einlegen. Nach dem Ausspannen der Werkstücke müssen die Aufnahmevorrichtungen an der Bohrmaschine sorgfältig von Spänen und Kühlschmiermittel gereinigt werden. Auch hierfür benötigt der Produktionshelfer mehr Zeit. Vergleiche des Arbeitgebers haben ergeben, dass der Mitarbeiter im Durchschnitt eine Minderleistung von 40% erbringt, die nicht durch den Einsatz technischer Arbeitsmittel kompensiert werden können.

Förderung:

Der Arbeitgeber erhält vom Integrationsamt für die Beschäftigung des Mitarbeiters eine monatliche Betreuungsaufwandsentschädigung und einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastungen. Die berufliche Integration wurde außerdem von der Arbeitsagentur durch einen Lohnkostenzuschuss (dreimonatige Probebeschäftigung und dreijährige Eingliederungshilfe) gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter und Arbeitsagenturen.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • EFL - Handkoordination (rechts/links) /
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links) /
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
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  • ERGOS - Reichen /
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft /
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  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Armbewegungen /
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  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem) /
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Referenznummer:

R/PB4368



Informationsstand: 27.07.2012