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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Lagerarbeiter mit einer Wirbelsäulenerkrankung sowie einer Arm- und Beinbehinderung beim Militär

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist das Militär bzw. eine Kaserne.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat einen Bandscheibenschaden, eine angeborene Streckbehinderung beider Ellenbogengelenke, eine Einschränkung der Unterarmdrehbeweglichkeit (links) und einen Kniescheibenschaden. Schweres sowie häufiges Heben, Tragen, Bücken, Überkopfarbeiten und Gehen von langen Strecken sollten vermieden werden.
Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Landmaschinenmechaniker und hat bei verschiedenen Arbeitgebern als Schlosser und Schweißer gearbeitet. Behinderungsbedingt konnte er nicht weiter in seinem Beruf arbeiten. Im Rahmen einer Reha-Maßnahme absolvierte er deshalb ein 6-monatiges Praktikum im Magazinbereich einer Kaserne. Während des Praktikums hinterließ er einen guten Eindruck, so dass ihm anschließend ein Arbeitsplatz als Zivilangestellter bzw. Lagerverwalter angeboten wurde.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Mitarbeiter verwaltet das Zentralmagazin für die Betriebshandwerker und verschiedene Artikel des unmittelbaren Bedarfs für die ebenfalls in diesem Gebäude untergebrachten Werkstätten. Neben Werkzeugen, Kleinmaschinen und -geräten sind hier eine Vielzahl von Verbrauchsartikeln für den Sanitär- und Elektrobereich vorrätig. Der Lagerverwalter nimmt die Bedarfsfeststellungen vor und ist mit der Annahme, Kontrolle und Einlagerung der angelieferten Artikel sowie der Ausgabe an die Handwerker und der laufenden Bestandsüberprüfung beschäftigt. Aufgrund der vorhandenen Behinderungen hatte er erhebliche Probleme beim Transport der zumeist palettiert an einer Rampe angelieferten Waren und der Lagerung der Artikel in die vorhandenen (bis zu 2,2 m hohen) Fachbodenregale. Die beiden oberen Fachbodenreihen der Regale befanden sich über Kopfhöhe, so dass für die Ein- und Auslagerung eine Leiter benutzt werden musste. Beim Ein- und Auslagern musste außerdem tief in die Regalfächer gegriffen werden, was für den Lagerverwalter mit zusätzlichen Schwierigkeiten verbunden war.
Das ständige Gehen in dem recht weitläufigen Lager belastete den Mitarbeiter ebenfalls stark. Dieses traf insbesondere zu, wenn gleichzeitig Waren mit der Sackkarre oder dem Handgabelhubwagen transportiert werden mussten. Auch für die ständige Bestandskontrolle und bei Inventurarbeiten fielen häufige und lange Wegstrecken und beschwerliches Besteigen von Leitern an.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Die hohen Belastungen des Lagerverwalters konnten durch die Installation eines Paternosterregals (Umlaufregal) mit Mikroprozessor-Steuerung in Verbindung mit einem PC und einer Lagerverwaltungssoftware weitestgehend reduziert werden. Die Einlagerung der häufig benötigten Kleinartikel in das Umlaufregal führte zur Einsparung von 70%-80% der Wegstrecken, da die permanente Bestandsführung über den PC, neben der Verkürzung der Wege zum Ein- und Auslagern, auch eine optische Mengenkontrolle vor Ort überflüssig machte. Weiterhin wurden in erheblichem Maße Hebe- und Tragearbeiten durch die ergonomisch günstiger Entnahme- und Ablagehöhe überflüssig. Aufgrund der begrenzten Raumhöhe konnten in dem Umlaufregal nicht alle Lagerartikel untergebracht werden. Dieses ist für Artikel mit geringer Umschlaghäufigkeit auch nicht sinnvoll. Außerdem sollten erst einmal mit einem Paternosterregal Erfahrungen gesammelt werden. Bei Bedarf ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Ergänzung durch ein weiteres Umlaufregal problemlos möglich.
Für den Transport der Paletten von der Rampe zum Lager und für das Anheben der Lasten auf die Einlagerungshöhe des Umlaufregals wird ein Elektro-Gabelhochhubwagen eingesetzt. Die Artikel müssen so nur noch von den Gabeln des Hubwagens auf die jeweilige Lagerfläche des Umlaufregals geschoben werden.
Die durch die Aufstellung des Umlaufregals eingesparte Grundfläche wurde für die Verbreiterung der Verkehrswege benötigt, um ein Befahren der Gänge mit dem Elektro-Gabelhochhubwagen zu ermöglichen.
Der Mitarbeiter erhielt zusätzlich für seinen Arbeitstisch, zur Ausführung der schriftlichen Arbeiten und Bedienung des Computers mit der Lagerverwaltungssoftware, einen ergonomischen Arbeitsstuhl, der ein dynamisches Sitzen ermöglicht.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Bei der Förderung wurde berücksichtigt, dass der Arbeitgeber über 21% schwerbehinderte Mitarbeiter beschäftigt. Aus diesem Grund wurde die Arbeitsplatzgestaltung zu 100% vom Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nummer der Integrationsämter.



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  • Umlaufregal /
  • Vollzeitarbeit /
  • Wirbelsäule /
  • Zwangshaltung

  • EFL - Gehen /
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Bücken /
  • ERGOS - Laufen (Gehen) /
  • ERGOS - Reichen /
  • ERGOS - Stehen /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - Treppensteigen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Armbewegungen /
  • IMBA - Gehen/Steigen /
  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB2897



Informationsstand: 12.06.2014