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Angaben zum Praxisbeispiel

Umschulung eines darmerkrankten und alkoholabhängigen Krankenpflegers zum Sozialversicherungs-Fachangestellten

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann hat eine Darmerkrankung. Die Krankheit trat auf, als er bereits als Krankenpfleger arbeitete und äußerte sich in starken Durchfällen und Blutungen. Weil sein Dickdarm mit Geschwüren übersät war, wurde ihm dieser entfernt und durch einen künstlichen Darmausgang im Bauchraum ersetzt. Der Mann trägt deshalb einen Stoma- bzw. Kolostomiebeutel. Für Tätigkeiten, die ein schweres Heben und Tragen sowie die Einnahme bestimmter Körperhaltungen erfordern, kann er nicht mehr eingesetzt werden. Dies gilt besonders bei der Handhabung von Lasten in einer gebeugten oder gebückten Körperhaltung, da es dabei zu Pressungen im Bauchbereich kommt.
Im Laufe der Zeit entwickelte er zusätzlich ein Alkoholproblem und wurde abhängig sowie unzuverlässig. Dies könnte damit zusammenhängen, dass er bestimmte Medikamente, die Opiate enthielten, einnehmen musste. Als er sie absetzte, stieg er auf Alkohol um und verlagerte so seine Sucht.

Ausbildung und Beruf:

Nach der mittleren Reife bzw. Fachoberschulreife erlernte der Mann den Beruf des Kfz-Mechanikers. Als er dann zum Wehrdienst einberufen wurde, verpflichtete er sich auf mehrere Jahre und absolvierte dort die Ausbildung zum Krankenpfleger. Als seine Darmerkrankung ausbrach, musste er diesen Beruf aufgeben und wurde arbeitslos. Eine Zeit lang hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, begann aber während dieser Zeit vermehrt Alkohol zu trinken.

Umschulung:

Der Mann entschloss sich eine Entwöhnungstherapie zu machen. Um nach der Entwöhnung aber nicht ins Leere zu fallen, bemühte er sich um eine Rehabilitationsmaßnahme bei der Arbeitsagentur. Dort wurde ihm vorgeschlagen, eine Berufsfindung in einem Berufsförderungswerk (BfW) zu machen. Im BfW kam man zu dem Ergebnis, dass eine Beschäftigung bei der Krankenkasse, als Sozialversicherungs-Fachangestellter, eine berufliche Perspektive für ihn sei. Zunächst besuchte er im BfW einen dreimonatigen Rehabilitations-Vorbereitungslehrgang (RVL). Im Anschluss daran absolvierte er die eigentliche Berufsausbildung bzw. Umschulung, die er auch erfolgreich abschloss. Die Umstellung und das Lernen bereiteten ihm keine Probleme. Was die Stellensuche anbelangt, so fand er schnell mit Hilfe des Berufsförderungswerkes und der Arbeitsagentur eine Stelle in seinem neuen Beruf, was er auch auf sein inzwischen selbstbewusstes Auftreten bei den Bewerbungen zurückführt. Während der Ausbildung wurde er durch einen psychosozialen und medizinischen Fachdienst betreut.
In REHADAT finden Sie auch Berufsförderungswerke, die behinderte Menschen ausbilden.

Arbeitsumgebung:

Obwohl er wegen seiner Alkoholkrankheit ein Fahrverbot ausgesprochen bekommen hatte, gelang es ihm durch das Bestehen der Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) den Führerschein zurück zu erhalten. Dies war für seine neue berufliche Tätigkeit eine wichtige Voraussetzung.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte aus der Gruppe:

ISO 09 18
Hilfsmittel für die Stomaversorgung

Förderung:

Die Kosten für die Berufsfindung, den Rehabilitations-Vorbereitungslehrgang und die Berufsausbildung im BfW wurden von der Arbeitsagentur getragen, da der behinderte Mann vorher arbeitslos war.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Telefonnummer der Arbeitsagenturen.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Therapie /
  • Tragen /
  • Umschulung /
  • Versicherungsangestellter /
  • Versicherungsfachangestellter /
  • Vollzeitarbeit /
  • Vorbereitungslehrgang /
  • Zuverlässigkeit

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Bücken /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Ausdauer (psychisch) /
  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Kontaktfähigkeit /
  • IMBA - Kritikfähigkeit /
  • IMBA - Kritisierbarkeit /
  • IMBA - Misserfolgstoleranz /
  • IMBA - Ordnungsbereitschaft /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Teamarbeit /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Verantwortung /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem) /
  • MELBA - Ausdauer (psychisch) /
  • MELBA - Kontaktfähigkeit /
  • MELBA - Kritikfähigkeit /
  • MELBA - Kritisierbarkeit /
  • MELBA - Misserfolgstoleranz /
  • MELBA - Ordnungsbereitschaft /
  • MELBA - Teamarbeit /
  • MELBA - Umstellung /
  • MELBA - Verantwortung


Referenznummer:

R/PB1700



Informationsstand: 19.03.2010