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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Mitarbeiter mit einer Oberschenkelamputation in der Instandhaltung bei einem Stahlhersteller

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt Stahl her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Bei dem Mann liegt eine Oberschenkelamputation vor und er ist schwerbehindert. Er trägt eine Prothese zur Fortbewegung. Längeres Stehen sowie Gehen und das häufige Treppensteigen sind behinderungsbedingt nur eingeschränkt möglich.

Beruf:

Der Mann war vor der Amputation als Außendienstmitarbeiter beim Arbeitgeber tätig. Er wurde in die Instandhaltung versetzt, da ihm längeres Gehen sowie Stehen und häufiges Treppensteigen beim Kunden nicht mehr möglich waren.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Instandhaltung führt der Mitarbeiter zu 30 Prozent seiner Arbeitszeit Endkontrollen an reparierten Geräten und Maschinen durch. Die restliche Arbeitszeit reinigt bzw. strahlt er Gehäuse und Gehäuseteile (Werkstücke). Zum Reinigen und Strahlen müssen die bis zu 25 kg schweren Werkstücke manuell gehoben, getragen und positioniert werden. Das Heben, Tragen, Positionieren und Reinigen erfolgt überwiegend in einer stehenden Körperhaltung. Ein Sitzen während der Arbeitszeit ist nur möglich bei der Endkontrolle der reparierten Geräte und Maschinen.
Um dem Mitarbeiter körperlich zu entlasten, wurde an seinem Arbeitsplatz ein Säulenschwenkkran installiert und eine Hand-Strahlanlage mit geschlossener Strahl-Kabine aufgestellt. Die Kabine verfügt über ein Sichtfenster, an der Seite über Türen zum Einführen sowie Entnehmen der Werkstücke und im vorderen Bereich über Öffnungen mit integrierten Handschuhen zum Strahlen bzw. zum Gebrauch der Strahlpistole (siehe Bild). Mit dem Säulenschwenkkran kann der Mitarbeiter ohne großen Kraftaufwand die zu reinigenden Werkstücke auf dem Arbeitstisch rechts neben der Strahl-Kabine ablegen. Anschließend werden die Werkstücke vom Arbeitstisch an der rechten Seite in die Strahl-Kabine geschoben. Die Kabine ist elektromotorisch in der Höhe verfahrbar, so dass in sitzender oder stehender Körperhaltung gearbeitet werden kann. Dabei wird dem Mitarbeiter für das Arbeiten in sitzender Körperhaltung ein spezieller Arthrodesenstuhl als Arbeitsstuhl zur Verfügung gestellt. Der Arthrodesenstuhl besitzt im vorderen Bereich geteilte, stufenlos neigbare und unabhängig voneinander verstellbare Sitzflächen zur individuellen Anpassung an die Prothese, so dass ein ergonomisches und druckfreies Sitzen ermöglicht wird.

Arbeitsumgebung:

Der Mann erreicht den Arbeitsplatz mit seinem Pkw. Der Arbeitsplatz hat einen separaten ebenerdigen Außeneingang direkt am Parkplatz. So kann der Mitarbeiter den Arbeitsplatz ohne die Überwindung von Treppenstufen oder größeren Wegstrecken erreichen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte aus der Gruppe:

ISO 28 03 03
Arbeitstische
ISO 28 03 09
Arbeits- und Bürostühle (Arthrodesenstühle)
ISO 28 09 03
Kräne, Flaschenzüge und Lastaufnahmemittel (Drehkräne)

Förderung:

Die Arbeitsplatzgestaltung wurde vom Integrationsamt gefördert. Voraussetzung für die Förderung war die Beschäftigung eines schwerbehinderten Mitarbeiters für mindestens 8 Jahre an diesem Arbeitsplatz.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



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  • Umgebung /
  • Versetzung /
  • Vollzeitarbeit /
  • Wartung /
  • Zugangsweg

  • EFL - Gehen /
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • EFL - Treppe steigen /
  • ERGOS - Laufen (Gehen) /
  • ERGOS - Stehen /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - Treppensteigen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Gehen/Steigen /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB1031



Informationsstand: 29.05.2012