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Angaben zum Praxisbeispiel

Umschulung zum Lkw-Fahrer und Kfz-Anpassung für einen Mitarbeiter mit einer Armamputation nach einem Arbeitsunfall

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt mit seinen 50 Mitarbeitern Sand- und Steinbrüche, von denen die geförderten und nach Größe gesiebten Schüttgüter (Sand, Kies usw.) mit eigenen Lastkraftwagen an Baustellen geliefert werden.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Durch einen Arbeitsunfall verlor der Mann seinen rechten Arm (Gliedmaßenverlust). Bereits ab der Erstversorgung in einem Unfallkrankenhaus der Berufsgenossenschaft wurde seine medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation von einem Reha-Manager der Berufsgenossenschaft koordiniert und begleitet. Dieser erstellte dazu mit allen Beteiligten einen Reha-Plan. Zwei Jahre nach dem Arbeitsunfall konnte der Mann so wieder beruflich teilhaben.
Das Fehlen des rechten Arms und der Hand führt zu Einschränkungen beim Handhaben von Gegenständen sowie Betätigen von Bedienelementen und zu einem eingeschränkten Greifraum. Der eigentliche Rechtshänder musste nach dem Unfall erst mit Hilfe von Ergotherapeuten lernen seine linke Hand auch für feinmotorische Tätigkeiten im privaten und beruflichen Bereich einzusetzen.

Beruf:

Der Mitarbeiter war vor seinem Unfall Maschinenbediener in einer Sandgrube des Arbeitgebers, wo sich auch der Arbeitsunfall ereignete. Behinderungsbedingt konnte er diese Tätigkeit nicht mehr ausüben und es wurde vom Reha-Berater eine Möglichkeit gesucht den Mann weiter beim Arbeitgeber zu beschäftigen. So wurde der Mitarbeiter seinen Neigungen sowie den technischen und organisatorischen Möglichkeiten entsprechend zum Lkw-Fahrer umgeschult.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Da der Mann in der Sandgrube nicht mehr als Maschinenbediener eingesetzt werden konnte, wurde nach einem verkehrsmedizinischen Gutachten die Befähigung zum Führen eines Lkw geprüft und bescheinigt. Voraussetzung für den Einsatz als Lkw-Fahrer war jedoch zunächst der Erwerb der nötigen Führerscheinklasse und ein entsprechend umgebautes Fahrzeug. Das vom Unternehmen neu angeschaffte Fahrzeug verfügt deshalb über ein Automatikgetriebe und wurde mit einem Lenkraddrehknopf ausgestattet, sodass es einhändig lenkbar ist. Die Konsole zur Bedienung des Kippers wurde außerdem auf die linke Seite verlegt.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Wegen des Arbeitsunfalls wurde die medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation von der Berufsgenossenschaft gefördert. In Bezug auf die berufliche Rehabilitation wurden der Führerschein und der behinderungsgerechte Umbau des Lastkraftwagens gefördert. Die Berufsgenossenschaft zahlte dem Arbeitgeber außerdem eine Eingliederungshilfe als Lohnkostenzuschuss, um die zu Beginn noch nicht so vorhandene Leistung des Mitarbeiters zu kompensieren. Ein Reha-Manager der Berufsgenossenschaft unterstützte speziell auch die Wiedereingliederung bzw. berufliche Teilhabe.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Berufsgenossenschaften.



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  • Transportwesen /
  • Umschulung /
  • Unfall /
  • Vollzeitarbeit

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Dreipunktgriff /
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit /
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit /
  • ERGOS - Handgreifkraft /
  • ERGOS - Reichen /
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Armbewegungen /
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit) /
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem) /
  • MELBA - Feinmotorik


Referenznummer:

Pb/110848



Informationsstand: 11.12.2015